17 Der Marktplatz


Kerndaten:
Titel des Artikels: Marktplatz
Titel des Objekts: Rathaus
Adresse: Markt 1
Datierung: 1512-1526
Architekten: Klaus von Wetzlar, Johann aus Lich, Ebert Baldewein
Titel des Artikels: Marktplatz
Titel des Objekts: Sophie von Brabant
Adresse: Markt 1
Datierung: aufgestellt 1989
Bildhauer: Ivan Theimer
Titel des Artikels: Marktplatz
Titel des Objekts: Steinernes Haus
Adresse: Markt 18
Datierung: 1319-1323
Architekt: unbekannt

Wenige Gehminuten vom Oberstadt-Aufzug, der Marburgs Oberstadt mit der Unterstadt verbindet, findet man den Marktplatz. Am südlichen Ende des Platzes befindet sich das Rathaus. Der Bauprozess begann 1512 und endete 1526. Errichtet wurde es zunächst durch den Steinmetzmeister Klaus von Wetzlar, später dann durch Meister Johann aus Lich. Nachträglich wurden noch weitere Anbauten wie der Küchenbau (1573-1577) unter der Anleitung von Ebert Baldewein hinzugefügt. Das Marburger Rathaus ist ein hoher, dreigeschossiger Bruchsteinbau auf rechteckigem Grundriss mit Staffelgiebeln.
Das Satteldach ist durchsetzt mit Gaupen. In der Mitte befindet sich ein schlanker Turm, auch Dachreiter genannt in dem die Glocke zu jeder vollen Stunde schlägt. Erwähnenswert sind auch die Türmchen an den Ecken als Abschluss des zweiten Obergeschosses. Das Rathaus wird in der Mitte optisch durch einen sechseckigen Treppenturm geteilt. Ebenfalls durch den Marburger Baumeister Ebert Baldewein wurde 1581 nachträglich der Giebel über diesem Treppenturm errichtet. In der Mitte des Giebels befindet sich eine gold-blaue Uhr mit doppeltem Ziffernblatt. Aufgesetzt auf die Uhr ist ein kleines Fenster über dem sich eine halb golden und halb blaue Kugel langsam um die eigene Achse dreht. Die Uhr ist eingeschlossen von zwei Figuren. Links sehen wir den Wächter mit einer Trompete und rechts die Darstellung des Todes mit einer Sanduhr. Unter dem Ziffernblatt steht Justitia mit der Waage. Auf dem Giebel thront der Rathausgockel, der zu jeder vollen Stunde im Takt der Glockenschläge mit den Flügeln schlägt. Fälschlicherweise wird angenommen, es sei der Gockel, der zwischen den Glockenschlägen kräht. Eigentlich ist es aber der Wächter der trompetet. Dieser strapaziert stündlich die Nerven der umliegenden Anwohner, erfreut aber jedes mal wieder vorbeilaufende Touristen. Über dem Eingang des Treppenturms ist ein Relief der heiligen Elisabeth eingelassen. In ihrer linken Hand hält sie ein Modell der Elisabethkirche, in der rechten das hessische Landgrafenwappen. Elisabeth stammte aus Ungarn und heiratete den thüringischen Landgrafen Ludwig IV., worauf die jeweiligen Wappen in den beiden oberen Ecken des Reliefs verweisen. Unter der Elisabeth sitzt ein kleiner Löwe, welcher Wappenschilde mit dem landgräflichem Helm und mit dem „M“ der Stadt Marburg präsentiert. Steht man vor der Fassade des Rathaus findet man linker Hand die Statue der Sophie von Brabant. Die Statue von Bildhauer Ivan Theimer wurde 1989 aufgestellt. Sophie von Brabant hält ihren Sohn Heinrich in den Armen und zu ihren Füßen sitzt ein kleines Äffchen, welches mit seinen Fingern eine Tafel der Stadt Marburg umklammert. Sophie von Brabant war die älteste Tochter Elisabeths und ließ 1248 ihren Sohn Heinrich I. zum Landgrafen ausrufen, nachdem der letzte Ludowinger gestorben war. Damit soll sie die Gründung des Landes Hessen eingeläutet haben. Die Huldigung fand am Marktbrunnen statt, an dem heute eine Tafel an das Ereignis erinnert.
Den Marktbrunnen des Bildhauers Rudolf Breidenbach findet man, wenn man vom Rathaus zum Obermarkt hinaufblickt. Seit 1951 kann man den Brunnen, wie er heute ist, bewundern. Es ist ein achteckiges Becken mit gestaffelter Sandsteinssäule, worauf ein bronzener Reiter angebracht ist. Es handelt sich um den heiligen Georg (Drachentöter). Gesäumt wird der Platz mit einer Vielzahl unterschiedlicher Bauten. Häufig sind es Fachwerkhäuser, die jedoch nicht alle aus der gleichen Zeit stammen. Die ältesten Bauten sind aus der Zeit um 1300. Läuft man ein Stück bergauf erreicht man auf der linken Seite das steinerne Haus. Es ist das älteste aus Stein bestehende Wohnhaus Marburgs. Es wurde in der Zeit von 1319-1323 erbaut. Wie das Rathaus ist das steinerne Haus ein Bruchsteinhaus mit einem Staffelgiebel. Über dem geräumigen Gewölbekeller, welcher heute die Kneipe „Hinkelstein“ beherbergt, befindet sich das Erdgeschoss, zwei Obergeschosse und zwei Dachgeschosse. Schaut man in den schmalen Spalt zwischen dem steinernen Haus und dem rechten Nebenhaus, entdeckt man einen Aborterker. Den Vorsprung an der Fassadenseite, der sich über zwei Stockwerke erstreckt nennt man Altan. Den Abschluss bildet eine Brüstung, die mit einer Inschrift vom Jahre 1765 gekennzeichnet ist. Die Kellergewölbe betritt man über den Rundbogeneingang im Altan. Der Eingang zu den oberen Geschossen befindet sich rechts vom Altan und ist heute unter anderem der Eingang zum Standesamt. 

Kerrin Pairott, Felicia Nitsche




1) Welche drei Tierarten begleiten die Statue Sophie von Brabants?


2) Im Blindenmodell neben dem Brunnen siehst du zwei Bäume. Suche das „Original“ des kleineren. Neben welchem „Gebäude“ steht er?

Oberstadt:
 1) Wann wurde der Brunnen am Schneidersberg (gegenüber vom Heumarkt) erbaut? Extra, für alle die Latein können: Für wen ist das Wasser?

2) Welche Wesen hüten den Eingang zum Teeladen in der Wettergasse 11?

Lösungen